lonely hearts @ LILA-X-BATH visions for a queer community

30 Jahre Gerede e.V.

Der Gerede feiert in diesem Jahr sein 30jähriges Vereinsbestehen: 30 Jahre Kampf auf verschiedensten Ebenen um die Gleichstellung und Gleichberechtigung von LSBTIQA* in Dresden und Sachsen.

Neben den beiden Ausstellungen „lonely hearts“ und „LILA-X-BATH“ präsentieren wir euch ab dem 5. Dezember verschiedene Online-Formate. Mit diesem Projektverbund „lonely hearts @ LILA-X-BATH!“ wollen wir gemeinsam mit euch noch einmal einen Rundumblick über die Vergangenheit, die Gegenwart und vor allem die Zukunft queerer und queer-feministischer Leben, Lebensentwürfe und Visionen wagen.

"lonely hearts" by Irène Mélix & Vincent Schier

Zum 30jährigen Jubiläum des Gerede e.V. erweiterte sich die große Sammlung lesbischer* Kontaktanzeigen aus der ganzen Welt - der lonely hearts - die Irène Mélix seit 2015 pflegt, um sächsische Stimmen: Vom Dachboden des Gerede, aus der Wochenpost der DDR und aus diversen Online-Archiven werden begehrliche, hoffnungsvolle, verrückte, zärtliche, deprimierte und zuversichtliche Stimmen laut. Sie verraten nicht nur etwas über ihre Schreiber:innen sondern auch über den gesellschaftlichen und sozialen Kontext. Eine neu entstandene fotografische Arbeit versteht sich als Hommage an die Fotografin Alice Austen und ein Beitrag zur Geschichte lesbischer* Sichtbarkeit. Das Hörstück “lila lieder” (2018) ist ein epochenübergreifendes Zusammentreffen queerer und lesbischer* Charaktere in einer belebten Bar und in der lilac library der Blauen Distanz werden Stränge der dazugehörigen Recherchen offengelegt.

"LILA-X-BATH" by "die Blaue Distanz"

In den Räumen einer ehemaligen Kneipe und Wannenbades im Stadtteilhaus stehen ab jetzt Community Care und queere Körperlichkeit im Fokus.

Neben einem Stammtisch, einem Ausschnitt aus der lilac library, einem Exposure-Place, eröffnen zahlreiche Schauplätze erkundend in Care Bedürfnisse einzutauchen. Die verwinkelten Kellerräume geben verschw/mitzte Anlässe sich aufzuhalten, zu beschäftigen oder in Kontakt zu kommen. Oder, wie eine queere Sauna Anzeige einst lockte: „Genießen Sie mit allen Sinnen und entdecken Sie bei uns Neues und Vertrautes, Aufregendes und Entspanntes...“ Wir freuen uns auf euch!

Veranstaltungen
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Künstler_innen

Irène Mélix (geb. 1988 in Stuttgart) studierte Kulturwissenschaften in Hildesheim und Paris, Bildende Kunst in Dresden und Krakòw. Mit ihrem konzeptuellen Ansatz arbeitet sie in Überschneidungsbereichen gesellschaftlicher und ästhetischer Fragen. Historische, soziopolitische, genderspezifische und literarische Recherchen bilden die Ausgangspunkte für die künstlerische, multimediale Aus­einandersetzung. Seit 2015 recherchiert sie europaweit in Archiven zu lesbisch*- queerer herstory, geht dem Begehren in historischen Romanen nach und hat eine Sammlung von hunderten Kontaktanzeigen. Sie arbeitet momentan in Dresden und Chemnitz.

Vincent Schier hat einen MA in Kunstgeschichte von der Freien Universität Berlin und einen MA im berufsbegleitenden Studium "Kulturen des Kuratorischen" an der Hochschule für bildende Künste in Leipzig. Er ist Kurator und Kunsthistoriker, lebt in Berlin und arbeitet dort und anderswo. Er hat am Kunsthaus Dresden und in der nGbK in Berlin gearbeitet, ab 2021 ist er Künstlerischer Leiter im Kunstverein Göttingen. In seiner kuratorischen Arbeit interessiert er sich für kollaborative und kollektive Arbeit, deshalb kehrt er immer wieder zur Arbeit in Gruppen zurück. Er ist u.a. Mitglied des kuratorischen Kollektivs RealismusStudio. In seiner Praxis liegt sein Fokus auf dem Individuum und dessen Beziehung zu Gesellschaft(en) und - physischen wie sozialem - Raum. Bei seinen Arbeiten versucht er vorgegebene Rollen und Hierarchien, insbesondere im Ausstellungsmachen, in Frage zu stellen.

„die Blaue Distanz" sind Anna Erdmann und Franziska Goralski. Die Künstler:innen bewegen sich am liebsten zwischen Flokatieteppichen, Logos und Denkfiguren. Sie richten ihren Fokus auf Identitätsbildung, weibliche* Vorbilder, digitalen Feminismus, queere Lebensweisen, Selbst-Darstellung als künstlerische Intervention und das Sichtbarmachen unterrepräsentierter Entscheidungen. Aktuelle Umsetzungsformen ihrer künstlerischen Praxis sind die Gestaltung von hierachiearmen Räumen, die Erfindung von partizipativen Zeremonien und die Konzeption eines zukünftigen, queer-feministischen Gemeinschafsortes.

Förderung