Veranstaltungen
Dienstag, 11.09.2018
09:00 – 17:00 FACHTAG // Geschlecht: entweder drei oder keins. Herausforderungen und Chancen der Neuregelung des Personenstands

FACHTAG // Geschlecht: entweder drei oder keins. Herausforderungen und Chancen der Neuregelung des Personenstands

Wann?

Wo? Deutsches Hygienemuseum Dresden, Lingnerplatz 1, 01069 Dresden

 Am 10. Oktober 2017 beschloss das Bundesverfassungsgericht, dass im Personenstandsrecht neben „männlich“ und „weiblich“ ein weiterer, positiver Geschlechtseintrag zugelassen oder die rechtliche Registrierung von Geschlecht ganz abgeschafft werden muss. Bis zum 31. Dezember 2018 wird nun eine Neuregelung geschaffen. Das Bundesinnenministerium hat dazu bereits einen Gesetzesentwurf vorgelegt.

Ein weiteres offizielles Geschlecht macht uns bewusst, dass wir in allen gesellschaftlichen Bereichen, die momentan heterosexuell und zweigeschlechtlich bestimmt sind, umdenken und unser Handeln anpassen müssen, damit geschlechtlich-körperliche Varianz und deren Lebensweisen gleichberechtigt anerkannt sind.

Der Fachtag mit bundesdeutscher Bedeutung möchte für die Thematik sensibilisieren und Bedarfe aus der Berufspraxis eruieren. Gemeinsam mit Praktiker*innen und Expert*innen für geschlechtliche Vielfalt aus Selbsthilfe, Wissenschaft und Fachpraxis sollen die Chancen und Herausforderungen einer geschlechterreflektierenden Arbeit diskutiert werden.

 

ADRESSAT*INNEN //

Der Fachtag richtet sich an Fachpersonal, tätig in den Feldern Erziehung und Bildung, Familie und Gesundheit.

 

ABLAUF //

09:00 // Ankommen* bei Kaffee und Tee

09:30 // Begrüßung durch die Veranstalter*innen

09:40 // Grußworte & Lesung

  • N.N. (Vertretung des Bundes, angefragt)
  • Dr*in Alexandra Stanislaw-Kemenah (Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Dresden)
  • Lesung aus „Inter*Trans*-Express“

10:30 // Keynote

Geschlecht im Recht. Was gibt das Bundesverfassungsgericht vor? Referent*in: Prof*in Dr*in Konstanze Plett , LL.M. (Professorin im Ruhestand, Universität Bremen)

11:00 // Keynote

Geschlecht als Wissenskategorie – Verzicht oder Benennung? Referent*in: Lucie G. Veith (mandatierte Sprecher*in für Bund und Länder vom Verein Intersexuelle Menschen e.V.)

11:45 // Diskussion

12:30 // Mittagspause* und Markt der Möglichkeiten

13:00 // Parallele Workshops

1) Intergeschlechtlichkeit und geschlechtliche Selbstbestimmung - Möglichkeiten der Thematisierung in KiTa, Hort und Grundschule mit Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß

Das Hinterfragen von Geschlechternormen, Stereotypen wie auch die Vorstellung der Zweigeschlechtlichkeit des Menschen macht auch vor KiTa, Hort und Grundschule nicht halt. Somit ist das dort tätige Personal gefordert, sich Gedanken um die Erweiterung seines Unterrichtes zu machen. Angesichts von fehlen-den Kenntnissen und kaum vorhandenem Material stehen Erzieher*innen und Lehrer*innen vor einer enormen Herausforderung. Im Workshop werden mögliche Lösungswege diskutiert.

2) Intergeschlechtlichkeit in Schule und Bildungseinrichtungen mit Carolin Vierneisel & Şefik_a Gümüş

Was weiß ich über Intergeschlechtlichkeit? Was denke und fühle ich über Geschlecht und Gender? Wie kann ich in der Schule oder einem anderen Arbeitsfeld, Räume proaktiv so gestalten, dass diese diskriminierungsarm für intergeschlechtliche, genderfluide und nicht binäre Kinder und Jugendliche sind? Im Work-shop werden sich die Teilnehmenden anhand dieser drei Leitfragen möglichen Wegen für selbstverständliches und entspanntes Handeln annähern.

3) Soziale Arbeit mit Ursula Rosen

Nach einem kurzen Austausch über bisherige Berührungspunkte mit dem Thema Intergeschlechtlichkeit und einer Sammlung von Sachfragen und Erwartungen werden unterschiedliche Aspekte des Themas vorgestellt und diskutiert. Im Anschluss daran sollen verschiedene Materialien (Bücher, Filme, Spiele, Gedichte, Texte…) auf ihre Eignung für den Einsatz in Einrichtungen der Jugend- und Sozialarbeit untersucht werden. Ein Büchertisch informiert zusätzlich über Fachliteratur, Beratungsangebote u.v.m.

4) Normalität schaffen für Familien mit intergeschlechtlichen Kindern – Wie geht das? mit Heike Kaiser

Schon bei der Geburt eines intergeschlechtlichen Kindes wird den Eltern signalisiert, dass es sich um einen Notfall handelt. Diese Aufgeregtheit - oft auch das Überfordert-Sein der Ärzt*innen und Hebammen - überträgt sich auf die Eltern, die meist mit dem Thema Inter* nichts anzufangen wissen.

Inter*Personen und Familien mit intergeschlechtlichen Kindern wünschen sich einen offenen Umgang und vor allem Normalität. Im Workshop erzählt die Mutter eines intergeschlechtlichen Kindes von Situationen aus dem Leben ihrer Familie, in denen Intergeschlechtlichkeit eine Rolle spielt. Gemeinsam werden für das jeweilige Arbeitsfeld konkrete Ansätze erarbeitet, wie das Thema Intergeschlechtlichkeit auf eine unaufgeregte Weise eingebunden werden kann.

5) Peer-Berater*innen – „zuhören-verstehen-entlasten-vernetzen-befähigen-ermutigen“ mit Lucie G. Veith

Wird ein intersexuelles Kind geboren, ist dies eine besondere Herausforderung für die Eltern, die Hebamme und die Mediziner*innen der verschiedenen Fachrichtungen. Qualifizierte Inter* Peerberatung als fester Bestandteil eines Beratungs- und Behandlungskonzeptes ist eine Patientenbeteiligung, die nachhaltigere Ergebnisse hervor bringt. Welche Aufgaben, Ziele und Befähigungen bringt die neue Form der Beratung und ist ein Mehrwert sichtbar?

6) Vielfalt von Geschlecht - Gesundheitsversorgung von Inter* mit Michaela Katzer

Geschlecht erweist sich körperlich als variantenreich und stellt die strikte Zweigeschlechtlichkeit mit fest definierten Charakteristika infrage. Geschlechtszuweisende und -vereindeutigende medizinische Eingriffe, insbesondere bei intergeschlechtlichen Minderjährigen, werden von Betroffenen als traumatisierend beschrieben und ziehen langfristig teils schwere gesundheitliche Folgen nach sich. Im Workshop werden die vielfältigen Formen von Intergeschlechtlichkeit erläutert und Perspektiven einer angemessenen Gesundheitsversorgung für Inter*-Personen diskutiert.

15:30 // Kaffeepause*

16:00 // Ergebnispodium, eröffnet durch Petra Köpping (Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration)

17:00 // Abschluss und Ausblick

 * Verpflegung und Getränke sind inklusive.

 

ANMELDEMODALITÄTEN //

Teilnehmer*innenbeiträge:

  • 50,00€ Vollzahler*innen (institutionell)
  • 35,00€ Vollzahler*innen (Privatpersonen)
  • 10,00€ ermäßigter Beitrag (auf Nachfrage)

Anmeldung bis zum 30.08.2018 über veranstaltung@gerede-dresden.de mit den folgenden Angaben:

  • Vor- und Nachname
  • ggf. Institution
  • Anschrift
  • Telefonnummer
  • Wahl des Workshops

Nach Anmeldung erhalten Sie eine E-Mail mit den Rechnungsdaten und unserer Datenschutzerklärung. Die Teilnehmer*innen-anzahl sowie die Plätze in den Workshops sind begrenzt.

 

DATENSCHUTZHINWEIS //

Ihre persönlichen Daten werden nur für die Verwaltung des Fachtages erhoben und durch den Gerede e.V. und die LAG Queeres Netzwerk Sachsen e.V. gespeichert. Gemäß §§ 15, 17 DSGVO können Sie jederzeit die Auskunft über bzw. die Berichtigung, Löschung und Sperrung einzelner personenbezogener Daten verlangen.